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Neni Veredelungsprojekt

Aus einem Kindheitstraum wurde Wirklichkeit.

Schon als Kind verbrachte ich viele Stunden im Stall meines Großvaters. Hier entstanden Erinnerungen und Abenteuer, die mir bis heute geblieben sind.

Und schon damals entstand ein Gedanke, der mich nie ganz losgelassen hat: Was wäre, wenn aus diesem alten Stall eines Tages ein bewohnbares Haus werden würde?

Das Projekt sollte den alten Stall nicht ersetzen, sondern seine Geschichte bewahren, veredeln und in eine neue Zukunft führen.

Wie aus dieser Idee schließlich das Neni entstand und was sich auf diesem Weg verändert hat, zeigen die einzelnen Etappen der Entstehung.

Echte Geschichte. Seit 1440.

Die Idee wurde Wirklichkeit

Für mich war von Anfang an eines besonders wichtig: Ich wollte ausschließlich mit regionalen Betrieben und ihrem handwerklichen Können arbeiten.

Dann fuhr der erste Bagger vor.

Der alte Stall hatte bis dahin weder Strom noch Wasser- oder Kanalanschluss. Auch eine zeitgemäße Dämmung gab es nicht. Im Inneren entfernte der kleine Bagger die bestehende Betondecke und schuf Platz für Dämmung, Abwasserleitungen und die neue Fußbodenheizung.

Ein unscheinbarer Moment auf der Baustelle – aber der Beginn einer großen Verwandlung.

Die ersten Schritte –
Betonterrassen & Bodenheizung

Nachdem im Inneren die ersten Vorbereitungen abgeschlossen waren, ging es auch im Außenbereich Schritt für Schritt voran.

Zunächst wurden die Betonterrassen sowie die Betonplatte für den späteren Holzkubus – Eingangsbereich und Technikraum – fertiggestellt.

In den beiden Eingangsbereichen wurden anschließend die Heizschleifen der Fußbodenheizung verlegt.

Nach der Fertigstellung wurden die Betonterrassen geschliffen und mit einer schützenden Oberflächenbehandlung versehen.

Aus dem ehemaligen Stall wurde Schritt für Schritt ein neues Zuhause.

Der alte Dachstuhl wird zum neuen Dach

Der bestehende Dachstuhl konnte weitgehend erhalten bleiben. Nur drei große Balken mussten ausgetauscht werden, die übrigen Balken blieben an ihrem ursprünglichen Platz.

Auch für die Zukunft wurde vorgesorgt: Auf dem neuen Dach wurde bereits der Platz für die Solaranlage vorbereitet.

So blieb das, was den alten Stall ausmacht, erhalten – und wurde gleichzeitig für ein neues Kapitel gerüstet.

Die bestehende Struktur wird abgenommen

Altes Holz – sorgfältig bewahrt.

Die seitliche Holzschalung des Stalls wurde behutsam abgenommen und auf der vorderen Terrasse zwischengelagert. Kein Brett sollte verloren gehen. Zu einem späteren Zeitpunkt wurde die originale Schalung wieder aufgearbeitet und an ihrem ursprünglichen Platz montiert.

Da der Stall ursprünglich über keinerlei Dämmung verfügte, war nun der nächste wichtige Schritt an der Reihe: Das Gebäude wurde energetisch ertüchtigt und damit fit für die kälteren Temperaturen im Montafon gemacht.

Auch am Balkon wurden notwendige Arbeiten durchgeführt. Zwei Balken und einzelne Bretter wurden ersetzt, während die übrige Substanz erhalten blieb.

Bewahren, was erhalten werden kann. Ersetzen, was erneuert werden muss.

Die Holzkubus werden aufgestellt

Neues ergänzt das Bestehende.

Der vordere Kubus bildet den neuen Eingangsbereich, im hinteren findet die gesamte Haustechnik – Heizung und Elektro – ihren Platz.

Die vorgefertigten Holzkonstruktionen konnten in kurzer Zeit angeliefert und exakt an den dafür vorgesehenen Stellen aufgestellt werden. Später erhielten sie ihre charakteristische Schwarzstahlverkleidung.

So wurden die notwendigen neuen Funktionen bewusst außerhalb der historischen Stallstruktur ergänzt, ohne den ursprünglichen Charakter des Gebäudes zu verändern.

Die Holzkubus werden aufgestellt

Aus dem Stall wird ein heller Lebensraum.

Der Boden im ersten Obergeschoss wurde an ausgewählten Stellen geöffnet, um mehr Licht in das Erdgeschoss zu bringen.

Gleichzeitig entstanden auf der gegenüberliegenden Seite neue Fensteröffnungen, die später den Blick auf die Montafoner Bergwelt freigeben werden.

Während die Wanddämmung voranschritt, wurden die einzelnen Holzlattungen für die spätere Holzvertäfelung vorbereitet.

Schritt für Schritt wurde aus der ursprünglichen Stallstruktur ein heller, gemütlicher Wohnraum verbunden mit der Geschichte des Hauses.

Installationen gehen zügig voran

Moderne Technik – behutsam in die historische Substanz integriert.

Im Obergeschoss wurden zunächst die Leitungen für die freistehenden Badewannen und Toiletten vorbereitet. Anschließend folgten die Paneele für die Wandheizungen.

Eine besondere Herausforderung: Die originalen Holzdielen des Stalls sollten erhalten bleiben. Da auf den bestehenden Boden kein neuer Bodenaufbau kam, mussten sämtliche Leitungen in den Wänden geführt werden, ohne den historischen Originalboden aufzugeben.

Auch die Leitungen für die spätere Solaranlage wurden bereits an ihren vorgesehenen Platz gebracht.

Das Dach wird dicht gemacht

Die nächsten Schritte nehmen Gestalt an.

Die naheliegende Schlosserei lieferte die eigens gefertigten Cortenstahldachrinnen. Aufgrund ihres Gewichts wurden sie mit einem LKW-Kran auf das Gebäude gehoben und montiert.

Auf der gegenüberliegenden Dachseite wurde anschließend die Solaranlage an ihren vorgesehenen Platz gehoben und fachgerecht montiert.

Damit war ein wichtiger Meilenstein erreicht: Das Dach war dicht.

Zwei lange und harte Tage

Gemeinsam brachten wir sieben Tonnen Lehm vom Container mit Schubkarren in den Stall und verteilten ihn vorsichtig über der bereits verlegten Bodenheizung.

Bei sommerlicher Hitze musste der Lehm immer wieder mit Wasser besprüht werden. Anschließend wurde er mit dem Rüttler verdichtet.

Zwei lange, schweißtreibende Tage – und ein Ergebnis, das sich sehen lassen konnte.

Was für eine staubige Arbeit

Alle beteiligten Unternehmen hatten auf einmal einen vollen Terminkalender. Also musste ich selbst ran. 😁

Vom Schrubben und Bürsten über Kratzen bis hin zu verschiedenen Schleifmaschinen kam alles zum Einsatz. Der Staub war wirklich überall – und natürlich auch an mir. Von oben bis unten.

Aber die Mühe hat sich gelohnt: Die alten Balken und der originale Holzdielenboden sind wunderschön geworden.

Und die anschließende Dusche? Purer Genuss. 😂

Was für eine coole Aussicht

Die großen Panoramascheiben wurden angeliefert und montiert – und plötzlich öffnete sich der alte Stall ganz neu zur Landschaft.Auf drei Seiten blieb das ursprüngliche Erscheinungsbild vollständig erhalten.

Die originalen Balken blieben auch hinter den Scheiben erhalten. Genau dieses Zusammenspiel aus altem Holz und moderner Architektur gibt dem Raum sein besonderes, gemütliches Flair.

Für den Abend sorgen elektrisch steuerbare Senkrechtmarkisen auf Knopfdruck für die gewünschte Verdunkelung.

Ein Stück Stallgeschichte mit ganz neuer Aussicht.

Auf den Part habe ich mich gefreut

Nachdem der Bagger die Erde verteilt und verdichtet hatte, war mein Einsatz gefragt.

Die Trockenmauer entstand gemeinsam mit meinem Bruder. Sie schafft den perfekten Platz für unsere Dahlien vor der Terrasse.

Und diese Dahlien haben ihre ganz eigene Geschichte: Sie sind rund 70 Jahre alt und stammen noch von meinen Großeltern. Bis zu 2 Meter hoch, begleiten sie uns jeden Sommer mit ihrer Blütenpracht bis in den Herbst.

Der große freistehende Stein bekam schließlich seinen Platz – als Fundament für den geplanten Gartengrill.

Die Gartengestaltung hat Spaß gemacht

Der Rasen wuchs trotz September erstaunlich schnell – so schnell, dass ich schon bald zum ersten Mal mähen durfte. Bis zum Winter waren es tatsächlich sechs Runden mit dem Rasenmäher. 😁

Danach bekam der Garten immer mehr Leben: Ein kleiner Bauerngarten mit Kräutern und verschiedenen Beeren entstand, dazu kamen Obstbäume, Hortensien und Gräser. Im Vordergrund fanden die alten Dahlien ihren Platz.

Besonders gefreut hat mich, dass auch der alte Birnbaum die gesamte Bautätigkeit unbeschadet überstanden hat. Für sein neues Spalier befestigte ich schließlich die Stahlseile – und damit war auch dieses Stück Gartengeschichte wieder bereit für die Zukunft.

Projektdaten

Die Idee

Der Stall kann als historisch, materialtechnisch, handwerklich, semantisch und emotional wertvoll betrachtet werden.

Durch den Umbau würde es kein Auslöschen aus der Dorfstruktur geben. Vielmehr wird die bestehende Struktur als Ausgangsmaterial verwendet und damit als Geschichte verstanden „als immer schon dagewesen“ mit einem eigenen, wertvollen Charakter in einer synergetischen Beziehung zum angrenzenden alten Bauernhaus.

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Das Konzept

Der bestehende Stall, der in seinem Ortszusammenhang richtig ist, weil historisch gewachsen, wurde möglichst ohne Veränderung für die neue Funktion „so“ (=pur) verwendet. Das Neue wurde in die so genommene Bestandskubatur bzw. -struktur möglichst vorsichtig eingewoben. Sämtliche anfallende Materialien wurden zur Beibehaltung des Charakters (Holzböden, Schalung, Holzbalken u.a.) weiter verwendet und wurden durch Naturstoffe wie Lehmboden, Lehmwände, Weißtanne (Holztäfel, Holzküche und Holzmöbel) und einem 200 Jahre alten Montafonertisch aus der Familie ergänzt.

Der bestehende Spalierbaum (Birne) blieb bestehen und wurde integriert. Die bestehende Hülle wurde nur auf einer Seite zur Belichtung geöffnet, ansonsten behielt der Stall auf den drei anderen Seiten seine ursprüngliche Form. Der Stall erhielt mit betonierten und geschliffenen Terrassen einen neuen „Unterbau“ und wurde durch „Eingangsmöbel“ beinhaltende stählerne Boxen (=Kubus) ergänzt.

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