
Vorarlberger Holzbaupreis
Sonderpreis in der Kategorie „Kluges Bauen mit Holz Plus“
Begründung der internationen Jury:
Einen alten Stall in ein Chalet zu verwandeln und dabei die gesamte Gebäudekonstruktion sowie das äußere Erscheinungsbild zu bewahren, ist bereits für sich ein besonders kluger Umgang mit ungenutzter Bausubstanz.
Doch auch im Detail zeigt das Projekt besondere Sorgfalt und Weitsicht. Selbst die alte Balkendecke mit ihrem Bretterboden wurde vollständig erhalten. Anstelle eines konventionellen Fußbodenaufbaus kam ein Stampflehmboden mit Fußbodenheizung zum Einsatz. Er schafft ein behagliches Raumklima und bringt zusätzliche Speichermasse für Wärme und Feuchtigkeit in die Holzkonstruktion.
Die Wertschätzung und der behutsame Umgang mit dem Bestand, die ressourcenschonende Modernisierung mit regionalen Naturbaustoffen und der enorme Zugewinn an Nutzungsmöglichkeiten zeigen, wie viel Schönes mit klugen Ideen und hochkarätigem Zimmerhandwerk entstehen kann.
Hier wurden echte Mehrwerte geschaffen.

Montafoner Baukultur
Anerkennung für die behutsame Transformation eines historisch wertvollen Gebäudes
Begründung der Jury:
Selbstbewusst wechseln sich in der Außenerscheinung modernste Materialien mit Originalteilen ab, denen man den Zahn der Zeit auch ansehen darf. Der große Aufwand, die Schalung abzunehmen und wieder aufzubringen, hat sich gelohnt: Gibt doch gerade diese Oberfläche gemeinsam mit den ursprünglichen Proportionen dem transformierten Stall seine Kontinuität und Selbstverständlichkeit.
In der Umnutzung des kleinen, schlichten Nutzbaus zu einem noblen Ferienhaus sah die Jury neben den architektonischen Qualitäten auch ein klares Bekenntnis zu Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung – insbesondere durch den Erhalt von Boden und Baukonstruktion.
Damit wird das Projekt zu einem beispielgebenden Beitrag für den Umgang mit zahlreichen ähnlichen Bauten in der Region.

Stall mit ungeahntem Potenzial
Tiroler Tageszeitung
Der Boden im Erdgeschoß wurde mit 7 Tonnen Stampflehmboden belegt, leicht angeschliffen erhielt er eine wunderbar malerischen Ausdruck. Innen wurde das Gebäude mit unbehandelter Weißtanne und außen mit den originalen, inzwischen fast schwarzen Fichtenbrettern verkleidet. Als atmosphärisch gut tuende Stimmungsträger wurden die schnörkellos neuen Möbel vom Tischler durch alte Bauernkästen, Tische und Truhen konterkariert, die „schon immer da waren“.
Der Lichtschlitz im Schlafzimmer lässt das große Doppelbett fast schwebend erscheinen, von dem aus die Aussicht in die Montafoner Bergwelt grandios ist. Das Satteldach wurde neu gedeckt und als kleine Extravaganz mit einer Rinne aus Cortenstahl bestückt.
Alle Arbeiten wurde von Handwerkern aus der Region durchgeführt, was wiederum dem Hausherrn ein großes Anliegen war. Das Neni ist ein bezauberndes Häuschen inmitten von Schruns und für alle architektonisch begeisterten eine Reise wert.
Die charmante Verwandlung des früheren Stalls in ein bezauberndes Ferienhaus.


